Hinter den Kulissen: so entstehen Lifehacks

Hinter den Kulissen: die Entstehungsgeschichte eines Lifehacks

Viele Nutzer fragen uns immer wieder, wie wir auf so tolle, ja revolutionäre Ideen kommen. Unsere eigenen kreativen Prozesse sind selbstverständlich ein wohlgehütetes Geschäftsgeheimnis, das wir demnächst in einem E-Book „Hör doch einfach auf, dumm zu sein – und werde so reich & schön wie wir“ verkaufen. Unter unseren zahllosen Einsendungen konnten wir aber einen Nutzer finden, der so nett war, uns auch die Entstehungsgeschichte seiner Lifehack-Idee zu erzählen, dir wir heute mit euch teilen möchten.

Es war einmal vor langer Zeit, gestern, da saß so ein miefiger Student – nennen wir ihn mal Hauke, denn er heißt Hauke (falls das überhaupt ein Name ist) – mit langen, ungewaschenen Haaren, völlig zugekifft auf seinem Bett (weil in so einem Studentenzimmer ja kein Platz für ein Sofa ist) zwischen seinem improvisierten, staubigen Bücherregal und seinem improvisierten, staubigen Schreibtisch, auf dem bereits mehrer Kaffetassen festklebten und anfingen zu schimmeln (Die alte Drecksau! Statt das dreckige Geschirr einfach in den Tiefkühler zu räumen!) als sein Mitbewohner hereinkam und mal mit allen WG-Bewohnern eine WG-Konferenz abhalten wollte, weil es halt so eklig in der Bude war.

So trug es sich zu, dass man sich am Sonntag in aller Frühe (bevor wieder alle dicht sind!!!) um 14 Uhr am klebrigen WG-Küchentisch traf. Man trank Fencheltee und stopfte Haschkekse in sich rein und diskutierte die Probleme mal aus. Warum „irgendjemand“, also Hauke, seine Popel immer unter die Türklinken der anderen schmierte, statt sie wie jeder normale Mensch unter die Tischplatte zu schmieren. Oder warum „irgendjemand“, also Hauke, mit seinen Hundekacke-Schuhen durch die Wohnung laufen musste, statt sie einfach auf der Fußmatte der Nachbarn abzutreten. Und warum Hauke sich nicht einfach mal die Haare wäscht? Jetzt aber wurde es Hauke zu bunt! Das andere, ja, das seien kleine Nachlässigkeiten von ihm (echt sorry, ey), aber das würde jetzt zu persönlich, wenn er wie ein nasser Hund riechen wolle, sei das ja wohl seine Entscheidung! Und überhaupt, so langsam habe er das Gefühl, hier seien alle gegen ihn, dabei wasche er sich die Haare nur deshalb nicht, weil die Fliesen in der Dusche immer so verkalkt sind!

Aber sie wären ja nicht alle Sozialpädagogik-Studenten, wenn sie so einen Konflikt nicht konstruktiv lösen und einen Kompromiss finden könnten, mit dem alle zufrieden sind. Nachdem man sich darauf verständigt hatte, die Diskussion ohne persönliche Angriffe und Mikroaggressionen (jemand hatte sich in der Hitze des Gefechtes dazu hinreißen lassen, Hauke ein eklige Drecksau zu nennen, die riecht wie ein nasser Hund) fortzusetzen, mampfte man noch ein paar Haschkekse in sich rein, spülte den dadurch entstehenden trockenen Mund mit ordentlich Sterni durch und jeder machte ein paar Vorschläge. Zuerst überlegten sie, ob man vielleicht einfach gelegentlich das Bad putzen könnte. Aber der Putzplan war bereits so fein austariert und nach zähen Verhandlungen, vielen Tränen und ein paar ins Klo getunkter Zahnbürsten endlich als verbindlich verabschiedet worden, da wollte man jetzt lieber nicht dran rütteln. Außerdem hatten alle viel zu viel zu tun, um noch mehr zu putzen, vor allem Hauke, der nach seiner einen Vorlesung und neben seinem Job als unbezahlter Vollzeitveganer auch noch ehrenamtlich Meerschweinchen mit Downsyndrom förderte. Malte merkte an, dass in dem etwas besseren Vorort von München, wo er in kleinbürgerlicher Enge aufwuchs, bevor er dem erdrückenden Mief kleinbürgerlicher Kleingeistigkeit ins versiffte Berlin entfloh, viele Menschen, die sich aufgrund der Schulden für ihr idyllisch gelegenes Häuschen keine Putzkraft mehr leisten konnten, gute Erfahrungen damit gemacht hatten, nach jedem Duschen die Wände und die schicke Glastür mit einem Gummilippenabzieher zu trocknen. Dies beuge auch gleich dem Schimmelwachstum vor, gegen den man ja auch mal etwas machen müsste. Hauke und Sören rollten entnervt mit den Augen! Warum denn jetzt ein neues Thema aufmachen? Das ist absolut nicht konstruktiv! Der Gummilippenabzieher sei Sinnbild der Knechtung des Menschen, der vor lauter Sauberkeitswahn gar nicht mehr richtig leeebt (Hauke) und der Schimmel käme nur davon, dass Hauke nur einmal benutztes Toilettenpapier immer zum Trocknen auf die Wäscheleine über der Badewanne hänge. Der Umwelt zuliebe!

Schließlich jedoch kam Hauke dank seines unkonventionellen Freigeistes auf einen genialen Lifehack! Wäre es nicht viel besser, wenn man von vornherein verhindern würde, dass sich der Kalk ablagern kann? Sören und Malte sahen ihn gebannt an, während Hauke eine dramatische Pause einlegte, bevor er seine bahnbrechende Idee verkündete: „Wir schmieren einfach die Fliesen und die Duschtür mit Babyöl ein, dann perlt das Wasser ab und es kann sich kein Kalk mehr ablagern und es riecht auch noch gut!“ Alle waren begeistert, doch inzwischen war es auch Abend geworden und sie hatten alle mächtig Hunger, also stopften sie sich noch ein paar mehr Haschkekse rein, bevor sie zur Tat schritten. Seither putzten sie nie wieder die Dusche (so wie vorher auch).

Vielen Dank an Hauke, der diesen großartigen Lifehack eingesendet und uns einen Blick hinter die Kulissen gestattet hat!

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